Nein ist für mich ein unglaublich starkes und positives Wort. Viele Personen mussten Grenzüberschreitungen erfahren, oder lernen erst im Erwachsenenalter ihre Grenzen wahrzunehmen und zu kommunizieren. Mit meiner Projektreihe möchte ich Aufmerksamkeit für Diskriminierung, Grenzüberschreitungen und mentale Gesundheit schaffen. Ich möchte Personen ihre Stimme zurückgeben und poste Worte der jeweiligen Person gemeinsam mit ihrem Tattoo.
! Bevor du hier weiterliest, möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen. Manche Geschichten erzählen von Gewalterfahrungen (psychisch, physisch, sexuell), Missbrauch oder Grenzüberschreitungen und können retraumatisierend wirken oder starkes Unbehagen auslösen.
Jede Person darf von ihren Erfahrungen berichten und meine Projektreihe ist ein sicherer Ort, diese auszudrücken.
Falls du, oder eine Person in deinem Umfeld Gewalt erlebt oder erlebt hat: Es gibt verschiedene Hilfsorganisationen. Es ist nichts schamhaftes, sich Unterstützung zu holen und du musst diese Themen nicht mit dir alleine ausmachen. Ich habe selbst Gewalt in einer Beziehung erlebt und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ich von Hilfsorganisationen und Beratungsstellen profitiere. Auch wenn es in unserer Welt oft hoffnungslos scheint: Es gibt ein großartiges Netzwerk von und für Frauen* und du hast es verdient, sicher zu sein.

Eine meiner frühesten Erinnerungen meiner Kindheit ist ein Satz, der sich bei mir eingebrannt hat: „Immer sagst du nein.“ Als Kind wusste ich mit erstaunlicher Klarheit, was ich wollte – und noch viel deutlicher, was ich nicht wollte. Mein „Nein“ war mutig, deutlich, selbstverständlich. Doch mit den Jahren wurde es leiser. Aus Überzeugung wurde Zögern. Aus einem klaren „Nein“ ein zögerndes „Ich weiß nicht“ und schließlich ein viel zu oft geflüstertes „Ja… na gut… okay.“
Erst in den letzten Jahren beginne ich, mein „Nein“ wiederzufinden. Noch nicht immer laut, oft unsicher, aber da, immer häufiger. Dieses Tattoo ist eine Erinnerung – an mich selbst und an all die FLINTA* Menschen, die gelernt haben zu schweigen, statt zu widersprechen. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir unser „Nein“ nicht verlieren, sondern uns zurückholen dürfen. Dass wir es sagen dürfen, schreien, wieder und wieder, bis es kein Widerstand mehr ist, sondern ein selbstverständlicher Teil unserer Stimme. – Paulina, Kiel
Das Wort ’nein‘ hat schon immer eine große Bedeutung in meinem Leben gespielt.
Seit meiner Kindheit bis hin zu den ersten Uni Jahren, aber vor allem während meiner Schulzeit, musste ich oft am eigenem Leib erfahren wie wichtig das Wort ’nein‘ doch ist. Oft habe ich mich in unschönen Situationen wiedergefunden, denen ich durch das Wort ’nein‘ hätte entgehen können. Diese Situation haben mich unwohl in meiner eigenen Haut fühlen lassen, haben mein Selbstwertgefühl runter gezogen und mich teilweise in ein Tief gestürzt.
Doch je öfter ich meine Grenzen erkannt habe, je öfter ich diesen Situationen ausgewichen bin, je öfter ich NEIN gesagt habe, desto wohler habe ich mich wieder in meiner Haut gefühlt, desto mehr stieg mein Selbstwertgefühl, desto öfter empfand ich dieses Hochgefühl. Das Gefühl das ich es schaffen kann. Das Gefühl das ich genug bin. – Anika, Aachen


„Ja“ und „Nein.“. Worte, die zusammen gehören, aber unterschiedlicher nicht sein können. „Ja“ ist für mich eine Einbahnstraße, „nein“ kann für mich auch bedeuten „ja“ zu Dingen zu sagen, indem ich mich von anderen Dingen abgrenze. Ein „Nein.“ ist ein vollständiger Satz. Immer. Ein „Nein.“ für immer auf einem Körper stehen zu haben ist für mich eine Erinnerung. Eine Erinnerung daran, Dinge nicht zu akzeptieren wie sie sind. Sei es politisch, privat, emotional. Geschehnisse, Erlebnisse und Ereignisse nicht einfach anzunehmen. Ich habe so viel Stärke, die kann und werde ich nutzen um meinen Weg zu gehen, mich abzugrenzen, nein zu sagen und für mich und meine Bedürfnisse einzustehen. Ich glaube an Veränderungspotential. – anonym
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